|

Moderne Psycho-
therapie ist
wissenschaftlich
begründet... |
|
Welche Form von Psychotherapie entspricht der Philosophie der Christoph-Dornier-Klinik?
Es ist eine moderne und fortschrittliche Form der Psychotherapie.
Das bedeutet: Sie ist wissenschaftlich begründet, lässt sich
an ihren Ergebnissen messen und entwickelt sich unter dem Eindruck neuer
Forschungsergebnisse beständig weiter. Die folgenden Bemerkungen
sollen unser Verständnis moderner Psychotherapie verdeutlichen.
|
Wissenschaftlichkeit
Die Wissenschaft vom menschlichen Verhalten und Erleben hat in den letzten
Jahrzehnten große Fortschritte gemacht. Moderne Psychotherapie hat
ein großes Interesse an neuen Forschungsergebnissen. Sie ist beständig
bemüht, diese auf ihre Nützlichkeit für den klinischen
Bereich zu untersuchen. Denn Psychotherapie ist aus ihrer Sicht nichts
anderes als die Anwendung der Ergebnisse der wissenschaftlichen Psychologie
auf die Behandlung psychischer Störungen. Die Psychotherapierichtung,
die dieses am stärksten beherzigt, ist die Verhaltenstherapie. Die
Verhaltenstherapie ist in Deutschland ein anerkanntes Richtlinienverfahren
gemäß dem Psychotherapeutengesetz, d.h. sie hat ihre Wirksamkeit
in der Behandlung von zahlreichen Störungsbildern durch kontrollierte
Studien nachgewiesen.
Das Menschenbild
Von welchem Menschenbild geht die Moderne Psychotherapie aus? Die unterschiedlichsten
psychischen Phänomene – unbewusste Bedürfnisse und Konflikte,
persönliche Motive und Ziele, erworbene Einstellungen und Denkgewohnheiten,
kindliche Entwicklung und äußere Stresseinflüsse –
sind für die Entstehung psychischer Störungen verantwortlich
gemacht worden. Dies hat alles seine Berechtigung, bleibt aber einseitig.
Richtiger ist unseres Erachtens die Vorstellung, dass der Einfluss dieser
Faktoren aufeinander abgestimmt und integriert werden muss, um psychisch
gesund zu bleiben. Dazu müssen wir in der Lage sein, unser Verhalten
und Erleben selbst zu regulieren.
Aus Sicht der modernen Psychotherapie ist diese Fähigkeit zur Selbststeuerung
ein Hauptmerkmal für eine gesunde Psyche. Von dieser Fähigkeit
zur Selbstkontrolle hängt es nämlich ab, ob es uns gelingt,
unsere Ziele zu verwirklichen und unser Leben so zu gestalten, wie wir
es wünschen. Die moderne Psychotherapie sieht den Menschen deshalb
als ein selbststeuerndes System an. Hieraus folgt für die therapeutische
Arbeit, dass es darum geht, die Eigenverantwortlichkeit des Patienten
zu fördern und ihn zum eigentlichen Experten für die Lösung
seiner Probleme zu machen.
Psychische Störungen und ihre Ursachen
Psychische Störungen können sich sehr unterschiedlich äußern.
Es kann sich dabei um Verhaltensweisen, aber auch Gefühle oder Denkgewohnheiten,
manchmal auch um körperliche Beschwerden handeln, unter denen der
Betroffene, nicht selten auch seine Umwelt, leidet. Diese Krankheitszeichen
("Symptome") können verschiedene Ursachen haben. Meist
sind es mehrere Faktoren, die dazu geführt haben, dass eine psychische
Störung entstehen konnte. Wenn eine psychische Erkrankung erst
einmal entstanden ist, sind es oft wieder ganz andere Gründe, die
den Betroffenen daran hindern, diese Störung aus eigener Kraft zu
überwinden.
Wir müssen also bei den Ursachen von psychischen Störungen zwischen
ihrer "Entstehung" und ihrer "Aufrechterhaltung" unterscheiden:
Für die Entstehung können biologische Voraussetzungen, z.B.
eine besondere Anfälligkeit für depressive Reaktionen oder Essstörungen
verantwortlich sein, aber auch Erziehungseinflüsse oder körperliche
Erkrankungen. Für die Aufrechterhaltung von psychischen Störungen
können wieder ganz andere Faktoren verantwortlich sein, z.B. ein
bestimmtes Krankheitsverhalten, Vermeidungstendenzen oder auch körperliche
Veränderungen, die sich erst in Folge der psychischen Störung
entwickeln. Tatsächlich ist bei sehr vielen psychischen Problemen
ein Teufelskreis wirksam, in dem die körperlichen und psychischen
Folgen der Erkrankung selbst wieder zu Auslösern für eine Verschlimmerung
der Krankheit werden, z.B. bei der Angst vor der Angst, oder wenn man
sich aufgrund von depressiven Verstimmungen Selbstvorwürfe macht
und damit die Depression weiter verschlimmert.
|
Eine wirksame Psychotherapie muss die einzelnen Ursachen
erkennen und dem Patienten helfen können, diese zu beseitigen.
Dazu ist es notwendig, zu verstehen, wie die verschiedenen
an der Störung beteiligten Faktoren zusammengewirkt haben
und noch zusammenwirken. Nur aus diesem Verständnis,
dem sog. "individuellen Störungsmodell", können
die therapeutischen Schritte abgeleitet werden, die für
eine erfolgreiche Lösung notwendig sind.
Aus diesem "Änderungsmodell" ergibt sich der
konkrete, ganz auf die persönlichen Ziele und Bedürfnisse
des Patienten abgestimmte Therapieplan.
Dieser Behandlungsplan sollte die neuesten Erkenntnisse der
Psychotherapieforschung zur Behandlung der spezifischen Störung
berücksichtigen und auch die vorhandenen Stärken
und Möglichkeiten des Patienten mit einbeziehen, damit
der Patient die Erfahrung machen kann, dass er selbst es ist,
der sein Problem überwinden kann.
|
|
Störungsspezifische Behandlungsverfahren
Psychotherapie wird häufig noch als globales, alle Probleme bzw.
Störungen im Grunde gleich behandelndes Verfahren angesehen. Diese
Auffassung, nach der eine allgemeine Methode unterschiedlichste Probleme
gleich gut behandeln kann (ähnlich wie vor den Zeiten der modernen
Medizin der Aderlass als allgemeine Methode bei allen möglichen Krankheiten
angewandt wurde...) ist nicht mehr zeitgemäß. Die Ergebnisse
der Psychotherapieforschung zeigen eindeutig: Je spezifischer die Therapiemethoden
auf die Behandlung der jeweiligen Störung zugeschnitten sind, desto
besser und stabiler sind die Erfolge. Die moderne Psychotherapie nutzt
deshalb spezielle Therapiekonzepte, die gezielt für die Behandlung
von Angsterkrankungen, Essstörungen, Zwangsstörungen, Depressionen
oder posttraumatische Belastungen entwickelt wurden und die ihre überlegene
Wirksamkeit in zahlreichen wissenschaftlichen und klinischen Studien nachgewiesen
haben.
Auch für Menschen mit dem Asperger-Syndrom bieten wir diese maßgeschneiderten psychotherapeutischen
Konzepte an, um Lebensqualität und Alltagskompetenzen zu verbessern und begleitende psychische Störungen
zu behandeln.
Allgemeine Wirkungen von Psychotherapie
Auch bei den störungsspezifischen Ansätzen der modernen Psychotherapie
gilt jedoch, dass allgemeine Wirkfaktoren für den Behandlungserfolg
eine wichtige Rolle spielen. Hierzu zählen die psychotherapeutische
Beziehung zwischen Therapeut und Patient, eine genaue Diagnostik der individuellen
Problematik, die Klärung nicht bewusster Zusammenhänge zwischen
verschiedenen Ursachen, die motivationale Vorbereitung des Patienten auf
die eigentliche Behandlung, die Aktivierung der Ressourcen des Patienten
und das Erlernen und Üben von effektiven Strategien zur Bewältigung
der aktuellen Problematik.
Wenn diese allgemeinen Wirkfaktoren in der Psychotherapie gezielt eingesetzt
werden, steigen das Wohlbefinden und die Zuversicht des Patienten, sein
Selbstvertrauen und seine Fähigkeiten, schwierige Probleme selbst
zu überwinden. Damit wird der Erfolg der bewährten störungsspezifischen
Methoden deutlich gesteigert und gefestigt.
|
|