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Werden die Zwänge
nicht behandelt,
so
verläuft die
Störung
meist chronisch...
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Der Zeitpunkt des Beginns der Zwangserkrankung ist sehr variabel. Vom
Vorschulalter bis zum mittleren Erwachsenenalter können Zwänge
neu auftreten, wobei die meisten der erwachsenen Patienten berichten,
schon als Kind oder Jugendlicher Zwänge erlebt zu haben.
Häufigkeit
Obwohl große wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt haben, dass
etwa 2,5% der Bevölkerung irgendwann in ihrem Leben eine Zwangsstörung
entwickeln, und die Zwangserkrankung damit eine relativ häufig auftretende
psychische Störung ist, dauert es häufig lange, bis die richtige
Diagnose gestellt wurde und der Patient die adäquate Behandlung bekommt.
Statistische Erhebungen konnten zeigen, dass Patienten im Mittel drei
bis vier Ärzte oder Therapeuten aufsuchen müssen, bis die Zwangserkrankung
richtig diagnostiziert und behandelt wird, und dass Betroffene durchschnittlich
17 Jahre und länger mit dem Zwang leben, bevor sie adäquate
Therapie bekommen. Dies kann zum einen damit zusammenhängen, dass
Zwänge häufig sehr schambesetzt sind oder, dass Betroffene am
Anfang noch wenig Einsicht darüber haben, dass ihr Verhalten und
Erleben übertrieben und unsinnig ist. Zum anderen kann es eine ganze
Weile dauern, bis ein Betroffener ein auf Zwangsstörungen spezialisiertes
Behandlungsangebot findet.
Verlauf
Werden die Zwänge nicht behandelt, so verläuft die Störung
meist chronisch. Dabei können sich Zeiten starker Belastung durch
die Zwänge mit Phasen annähernder Symptomfreiheit abwechseln.
Ein völliges Verschwinden der Zwänge ohne Behandlung ist jedoch
sehr unwahrscheinlich.
Obwohl die Stärke der Zwänge bei den Betroffenen sehr unterschiedlich
ist und eine ganze Reihe von Betroffenen sich langfristig mit dem Zwang
arrangiert, kann der Grad der Belastung durch die Störung doch sehr
drastisch sein. Arbeitsunfähigkeit und die Aufgabe sozialer Kontakte
können die Folge sein.
Zwangsgedanken und -rituale können nicht nur den ganzen Tag in Anspruch
nehmen, sondern die Beeinträchtigung durch die Zwänge kann alle
Lebensbereiche betreffen. Die Zwänge verbieten häufig das Aufsuchen
bestimmter Orte und den Kontakt zu bestimmten Menschen. Oder sie sind
so zeitaufwendig, dass alltägliche Arbeiten nicht mehr oder nur sehr
langsam ausgeführt werden können.
Folgen
Diese Einschränkung des Bewegungsspielraums, der sozialen Kontakte
und der Arbeitsfähigkeit, aber auch mit dem Zwang einhergehende Grundüberzeugungen,
die um die Themen Schuld, Wertlosigkeit und Ablehnung kreisen, führen
nicht selten zu Depressionen und Hoffnungslosigkeit. Auch Schlafstörungen,
Ängste und Sorgen, die infolge der zwanghaften Rituale oder aber
in Folge der langen Dauer und der erlebten Machtlosigkeit gegenüber
den Zwängen entstehen, findet man häufig bei Zwangspatienten.
Der Betroffene kann sich durch diese Beschwerden irgendwann so belastet
fühlen, dass er an Selbstmord denkt oder sogar einen Selbstmordversuch
unternimmt.
Eine möglichst
frühzeitige Diagnose und die richtige Therapie können diese
Entwicklung aufhalten und ermöglichen dem Betroffenen ein normales
Leben in allen Bereichen.
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