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DIE DIAGNOSEN DER DEPRESSION |
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Depressive
Verstimmungen
gelten als psychische
Störungen und
damit als krankhaft...
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Es liegt auf der Hand, dass depressive Beschwerden in unterschiedlichen
Ausprägungsgraden auftreten können. Damit stellt sich die Frage,
ab welchem Schweregrad von einer Depression im eindeutig krankhaftem Sinne
zu reden ist. Die offizielle Antwort auf diese Frage wird von den anerkannten
Krankheitsdefinitionen gegeben: Depressive Verstimmungen gelten als psychische
Störungen und damit als krankhaft, wenn sie die Betroffenen erheblich
beeinträchtigen und behindern. Erheblich beeinträchtigt und
behindert in diesem Sinne ist, wer seinen alltäglichen Anforderungen
depressionsbedingt nicht mehr genügen kann.
Innerhalb des weiten Feldes krankhafter depressiver Verstimmungen lassen
sich verschiedene Störungstypen unterscheiden. Die folgende Auflistung
dieser Unterformen der Depression ist der in Deutschland maßgeblichen
Krankheitslehre der Weltgesundheitsorganisation entnommen. Es handelt
sich um die 10. Revision der "International Classification of Diseases"
– kurz: "ICD 10" -, die 1992 veröffentlicht wurde
und seit 1999 in Deutschland verbindlich ist.
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Folgenden Formen der Depression sind laut ICD 10 zu unterscheiden:
Depressive Episode (F 32)
Eine depressive Episode ist eine Phase mehr oder weniger ausgeprägter
Depressivität. Die Betroffenen leiden für mindestens zwei Wochen
unter gedrückter Stimmung, Interessenverlust, Freudlosigkeit und
einer Verminderung des Antriebs. Die Verminderung der Energie führt
zu erhöhter Ermüdbarkeit und Aktivitätseinschränkung.
Weitere häufige Symptome sind: Verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit,
vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen, Schuldgefühle
und Gefühle der Wertlosigkeit, negative und pessimistische Zukunftsperspektiven,
Suizidgedanken, Schlafstörungen und verminderter Appetit.
Die gedrückte Stimmung ändert sich von Tag zu Tag wenig, reagiert
meist nicht auf die jeweiligen Lebensumstände, kann aber charakteristische
Tagesschwankungen aufweisen. In einigen Fällen stehen zeitweilig
Angst, Gequältsein und motorische Unruhe mehr im Vordergrund als
die eigentliche Depressivität. Die Stimmungsänderung kann durch
zusätzliche Symptome wie Reizbarkeit, exzessiven Alkoholgenuss,
histrionisches Verhalten, Verstärkung früher vorhandener phobischer
oder zwanghafter Symptome oder durch hypochondrische Grübeleien verdeckt
sein.
Bei manchen depressiven Episoden stehen körperliche Beschwerden im
Vordergrund. Zu diesen zählen typischerweise: Interessenverlust oder
der Verlust der Freude an normalerweise angenehmen Aktivitäten, mangelnde
Fähigkeit, auf eine freundliche Umgebung oder freudige Ereignisse
zu reagieren, frühmorgendliches Erwachen, ein Morgentief, motorische
Hemmung (Verlangsamung) oder Agitiertheit (Unruhe), Appetitverlust,
Gewichtsverlust und Libidoverlust.
Rezidivierende depressive Störung
(F 33)
Von rezidivierenden depressiven Störungen spricht man, wenn wiederholte
depressive Episoden auftreten. Die einzelnen Episoden dauern unbehandelt
zwischen 3 und 12 Monaten. Zwischen den Episoden ist die Besserung meist
vollständig. Die einzelnen Episoden werden (insbesondere in der frühen
Phase der Erkrankung) durch belastende Lebensereignisse ausgelöst.
Einzelne Episoden und wiederkehrende Depressionen treten in den meisten
Kulturkreisen bei Frauen doppelt so häufig wie bei Männern auf.
Dysthymia (F 34.1)
Bei der Dysthymia oder Dysthymie handelt sich um eine anhaltende, leichtere
Form der depressiven Verstimmung, die durch Phasen des Wohlbefindens unterbrochen
sein kann. Typischerweise klagen die Betroffenen jedoch über monatelang
anhaltende Müdigkeit und Depressivität; alles ist für sie
eine Anstrengung, nichts wird genossen. Sie grübeln und beklagen
sich, schlafen schlecht und fühlen sich unzulänglich, sind aber
in der Regel aber noch fähig, mit den wesentlichen Anforderungen
des täglichen Lebens fertig zu werden.
Postpartum-Depression ("Wochenbettdepression";
F 53.0)
Die häufig nach der Entbindung auftretenden Verstimmungen können
das Ausmaß einer depressiven Episode annehmen. Man spricht dann
von einer Pastpartum-Depression.
Organische affektive Störungen
(F 06.3)
Wenn depressive Episoden Folge einer körperlichen Erkrankung (etwa
bestimmten Gehirnerkrankungen) sind, spricht man von organischen Depressionen.
Anpassungsstörungen (F 43.2)
Auch nach belastenden Lebensereignissen kann es zu depressiven Reaktionen
kommen. Typische Beispiele für solche depressiven Anpassungsstörungen
sind depressive Verstimmungen, die sich nach der Mitteilung schwerwiegender
Diagnosen (z.B. Krebs) oder nach einschneidenden Lebensveränderung
(z.B.
Tod des Partners) einstellen.
Sonstige Affektive Störungen (F
38)
Wenn sich eine ernsthafte depressive Verstimmung keiner der genannten
Kategorien zuordnen lässt, bleibt die Möglichkeit, sie
als Sonstige affektive Störung zu diagnostizieren.
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Differentialdiagnostische Abgrenzung
Neben diesen ‚reinen‘ depressiven Zuständen können
depressive Phänomene auch im Rahmen anderer Erkrankungen auftreten.
Depressive Verstimmungen können grundsätzlich bei
allen schweren psychischen Störungen und bei
vielen körperlichen Erkrankungen auftreten.
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Zu den häufigsten psychischen
Störungen, bei denen depressive Verstimmungen
häufiger auftreten, gehören Angststörungen,
Zwangsstörung, Somatisierungsstörungen, Substanzmissbrauch,
insbesondere Alkoholismus, Anorexie und Bulimie, die bipolaren
affektiven Störungen, schizoaffektive Psychosen, schizophrene
Psychosen und Persönlichkeitsstörungen.
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An körperlichen Erkrankungen,
die gehäuft mit depressiven Verstimmungen einher gehen
sind zu nennen: Hormonstörungen, Infektionskrankheiten,
die das Gehirn befallen, ‚rheumatische‘ Erkrankungen,
bestimmte Vitaminmangelzustände (z.B. Vitamin B1- und
B12-Mangel), neurologische Erkrankungen, schwere Herz- und
Lungenkrankheiten und Tumorleiden.
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Auch die Einnahme von Medikamenten
kann zu depressiven Verstimmungen führen. Dies ist am
häufigstem bei Schmerzmitteln, Antibiotika, Psychopharmaka,
Antihypertensiva, Herzmitteln, Zytostatika und Drogen der
Fall.
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In der Christoph-Dornier-Klinik ist eine Behandlung solcher Depressionen sinnvoll, die nicht ausschließlich auf eine noch unbehandelte körperliche Grunderkrankung zurückzuführen sind. Darüber hinaus ist die Therapie in unserer Klinik so konzipiert, dass sie ein Mindestmaß an Absprachefähigkeit der Patienten voraussetzt. Aus diesem Grund ist eine Behandlung von Patienten, die akut suizidal sind, unter einer akuten Psychose leiden oder abhängig von Alkohol oder Drogen sind, in unserem Hause nicht indiziert. Drüber hinaus sind wir personell nicht auf die Behandlung von pflegebedürftigen Personen eingerichtet. Ob im Einzelfall eine Behandlung in der Christoph-Dornier-Klinik sinnvoll ist, lässt sich aber am besten im Rahmen des von uns angebotenen Diagnostiktages überprüfen.
Der von der Christoph-Dornier-Klinik angebotene Diagnostiktag dient bei Patienten mit depressiven Symptomen dazu, um ein
mögliches depressives Syndrom richtig
einzuordnen bzw. von anderen Krankheiten abzugrenzen? Dies kann
nur auf dem Wege einer umfassenden Diagnostik und Differentialdiagnostik
geschehen.Wir empfehlen bei depressiven Syndromen neben einer genauen
Anamnese und psychiatrischer Befunderhebung die Durchführung
einer Reihe psychologischer und somatischer Untersuchungen.
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Zum Standardprogramm der psychologischen
Untersuchungen gehört ein standardisiertes diagnostisches
Interview sowie Fragebögen, die die allgemeine
Psychopathologie, die depressiven Beschwerden und die allgemeine Funktionsfähigkeit abbilden.
Je nach Befund sollten darüber hinaus weitere Messinstrumente
zum Einsatz kommen.
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Zum Standardprogramm der körperlichen
Untersuchungen gehören eine internistische und
neurologische Untersuchung sowie die Kontrolle einer Reihe
von Laborparametern. Sollten auf diesem Wege pathologische
Befunde erhoben werden, müssen weiterführende Untersuchungen
angesetzt werden.
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In der Christoph-Dornier-Klinik
werden alle bislang genannten Untersuchungen durchgeführt.
Sollten weiterführende differentialdiagnostische Abgrenzungen
erforderlich sein, verweisen wir unsere Patienten an uns vertraute
Konsiliarärzte bzw. überweisen unsere Patienten
zu Spezialuntersuchungen.
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© CDK CHRISTOPH-DORNIER-KLINIK GmbH, 2009
Tibusstrasse 7- 11, 48143 Münster, Telefon: 0251 48 10-0
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