CHRISTOPH-DORNIER-KLINIK FÜR PSYCHOTHERAPIE
 


DIAGNOSE DER BULIMIE



... Essattacken

aufgrund von

Heißhungeranfällen,

die nicht kontrolliert

werden können...
 

 

Die Weltgesundheitsorganisation WHO und die psychiatrische Vereinigung der USA haben sehr genaue Klassifikationssysteme entwickelt, um die Erkennung psychischer Krankheiten präzise und zuverlässig zu machen:
Das sog. "ICD-10" (10. Revision der International Classification of Diseases der WHO), und das sog. "DSM-IV" (4. Auflage des Diagnostischen und Statistischen Manuals psychischer Störungen
der APA).
Für die Bulimia nervosa (Ess-Brech-Sucht) liegen erst seit ca. 20 Jahren zuverlässige Kriterien vor. Diese Anleitungen wurden in den letzten Jahren aber zunehmend verfeinert und verbessert, so dass heute die Bulimie anhand klinischer Merkmale gut erkannt und die Diagnose sicher und zuverlässig gestellt werden kann. Damit die Diagnose einer Bulimia nervosa festgestellt werden kann, sollten bei einer Person die folgenden Merkmale vorhanden sein:

 



















 


Essanfälle: Es kommt regelmäßig zu Essattacken aufgrund von Heißhungeranfällen, die nicht kontrolliert werden können. Bei diesen Essattacken werden in einer bestimmten Zeit viel größere Mengen an meist hochkalorischer Nahrung konsumiert, als die meisten Menschen dies unter ähnlichen Umständen tun.

Gegenmaßnahmen: Um nicht zuzunehmen wird vor allem die Vermeidung hochkalorischer Speisen (Fasten, Diät usw.) eingesetzt. Daneben auch: absichtliches Erbrechen, Einsatz von Abführmitteln oder Appetitzüglern oder Entwässerungsmitteln, übertriebene körperliche Aktivitäten (z.B. Sport).

Häufigkeit und Dauer: Die Heißhungeranfälle und Gegenmaßnahmen treten im Durchschnitt mindestens zweimal pro Woche auf, und das seit mindestens drei Monaten.

Selbstwerteinschätzung: Die Einschätzung des Selbstwerts hängt fast nur noch vom Körpergewicht und von der Figur ab.

Keine Magersucht! Eine Bulimie liegt nur dann vor und wird auch nur dann diagnostiziert, wenn die vorher genannten Störungen und Auffälligkeiten nicht mit Untergewicht einhergehen. Ansonsten ist zu prüfen, ob eine Anorexia nervosa vorliegt.

 
   


Bei bulimischen Patientinnen kann man zwei Gruppen unterscheiden:

Eine Gruppe von Patientinnen versucht ihr Körpergewicht dadurch zu kontrollieren, dass sie nach Essanfällen die Nahrung wieder erbrechen, oder Abführmittel, Entwässerungstabletten oder Klistiere benutzen, um die Nahrung wieder loszuwerden.

Eine andere Gruppe von Patientinnen behält nach Essanfällen die Nahrung bei sich, erbricht also nicht und benutzt auch keine anderen Hilfsmittel. Diese Patientinnen versuchen, eine Gewichtszunahme dadurch zu verhindern, dass sie den ganzen Tag fasten oder strenge Diät halten, oder indem sie durch exzessiven Sport ihren Energieumsatz erhöhen.

 

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